
Das Nervensystem des Pferdes reagiert als hochsensibles Fluchttier blitzschnell auf Bedrohungen und speichert nicht verarbeiteten Stress als Blockaden im Körper, die erst durch Sicherheit und Co-Regulation wieder sanft gelöst werden können.
Traumasensible Körperarbeit für Pferde - wenn das Nervensystem einfach nicht zur Ruhe kommen kann
Manchmal gibt es Momente im Leben eines Pferdes, die tiefe Spuren hinterlassen.
Ein Unfall, ein langer Transport, ein Besitzerwechsel, Verlust von Freunden, Heimatverlust, eine langwierige Krankheit, Kastration oder schmerzhafte Erfahrungen in der Vergangenheit – all das kann ein Trauma auslösen.
Was für ein Traum kann entstehen?
Geburtstrauma: Unter dem Begriff „Geburtstrauma“ versteht man sowohl die körperlichen Blockaden als auch die psychischen Spuren, die durch eine schwere, extrem schnelle oder manipulierte Geburt entstehen.
Absetztrauma: Das Absetztrauma ist einer der gravierendsten Einschnitte im Leben eines Pferdes. In der modernen Pferdezucht wird dieser Schritt leider oft nach wirtschaftlichen oder organisatorischen Kriterien vollzogen – und weniger nach den biologischen Bedürfnissen des Fohlens. In der Natur trennt sich die Stute erst kurz vor der Geburt des nächsten Fohlens (also nach ca. 10–11 Monaten) schrittweise und sanft von ihrem Nachwuchs. In der Zuchtpraxis erfolgt das Absetzen meist abrupt im Alter von ca. 6 Monaten.
Entwicklungstrauma: Traumata, die in der sensiblen Phase des Aufwachsens passieren. Sie prägen das Grundvertrauen des Pferdes in die Welt und verändern die Verschaltung im Gehirn oft nachhaltig. Dieses Trauma kann entstehen durch
Isolation im Fohlenalter (Aufwuchs ohne Gleichaltrige), frühe Krankheiten oder Operationen des Fohlens, oder ein zu früher, rücksichtsloser Start in die Ausbildung (Anreiten mit hohem psychischen Druck, bevor der Körper bereit ist).
Kastrationstrauma: Das Kastrationstrauma ist ein extrem häufiges, aber in der Reiterwelt fast völlig tabuisiertes Thema. Jeder Wallach hat diesen Eingriff durchlebt. Die Art und Weise, wie eine Kastration abläuft, hinterlässt bei vielen Pferden lebenslange Spuren. Sowohl im Nervensystem als auch im Gewebe. Ein Kastrationstrauma kann zu Lahmheiten, Rückenschmerzen, Probleme mit der Hinterhand, eingeschränkte Beweglichkeit usw. führen.
Decktrauma: Das Decktrauma ist eine der verletzendsten und tiefgreifendsten Erfahrungen, die eine Stute machen kann. Es betrifft sowohl die körperliche als auch die psychische Integrität des Pferdes. Ein Decktrauma entsteht fast ausschließlich in der konventionellen Pferdezucht beim sogenannten Natursprung an der Hand. Wenn eine Stute nicht optimal rossig ist, den Hengst nicht sympathisch findet oder schlichtweg Angst hat, wehrt sie sich instinktiv. Um das zu verhindern und Verletzungen des Hengstes zu vermeiden, werden Stuten in der Praxis oft massiv fixiert – mit Nasenbremsen, Schlagfesseln (die das Ausschlagen verhindern) oder in sogenannten Deckständen. Das Fohlen kann dieses Trauma auch mitaufnehmen.
Schocktrauma: Das Pferd wird plötzlich mit einer angstauslösenden und lebensbedrohlichen Situation konfrontiert. Die Situation kann nicht verarbeitet werden und die Schockenergie kann sich nicht entladen, z.B. Unfälle, Stürze, traumatische Hängerunfälle oder extreme Transporterlebnisse, Angriffe durch Hunde oder andere Tiere, Verletzungen mit schmerzhafter tierärztlicher Akutbehandlung usw.
Beziehungstrauma: Ein Beziehungstrauma entsteht immer dann, wenn die soziale Sicherheit massiv und wiederholt verletzt, missbraucht oder abrupt entzogen wird – sei es durch Artgenossen oder durch den Menschen. Dieses Trauma kann ausgelöst werden durch gewaltvolle Trainingsmethoden, Sattel der Schmerzen verursacht, Überforderung, fehlender Kontakt zu Artgenossen, Bedürfnisse des Pferdes werden ignoriert usw.
Wie äußert sich ein körperlich manifestiertes Trauma?
Je nach Trauma zeigen sich die Symptome unterschiedlich, z.B. diffuse Lahmheiten, körperliche Probleme, bei denen man nicht herausfindet, woher sie stammen, Misstrauen gegenüber dem Menschen, Trennungsangst, Verdauungsprobleme, Schreckhaftigkeit, innere Erstarrung, Stress, Nervosität, Überreaktionen auf Veränderungen oder Umweltreize und viele mehr.....
In meiner traumasensiblen Körperarbeit geht es nicht darum, Symptome "wegzudrücken" oder starre Griffe abzuarbeiten.
Ich arbeite mit dem Pferd und niemals am Pferd vorbei. Mein Fokus liegt darauf, dem Pferd einen absolut sicheren Raum zu bieten. Durch sanfte, achtsame Berührungen, energetische Impulse und das genaue Lesen der Körpersprache helfe ich dem Nervensystem deines Pferdes, von der dauerhaften Alarmbereitschaft (Sympathikus) in den Modus der Entspannung und Heilung (Parasympathikus) umzuschalten.
Was bewirkt die traumasensible Körperarbeit?
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Entlastung des Nervensystems: Das Pferd lernt wieder, dass es im Hier und Jetzt sicher ist.
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Gewebe- und Faszienlösung: Tief sitzende, emotionale Blockaden im Körpergewebe können sich sanft lösen.
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Verbessertes Körpergefühl: Dein Pferd spürt sich selbst wieder positiv und findet zu einer natürlichen Balance und Bewegungsfreude zurück.
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Stärkung der Bindung: Die gewonnene Entspannung und das Vertrauen übertragen sich positiv auf eure gemeinsame Zeit und das Training.
Möchtest du deinem Pferd helfen, alten Ballast abzuwerfen?
Lass uns gemeinsam hinschauen. Kontaktiere mich gerne. Ich freue mich darauf, dich und dein Pferd auf diesem Weg zu begleiten.
